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Feldnotiz · 3 Min. Lesezeit

Das Licht im Raum ist eine Variable

Kurz gesagt

Zwei Stoffe, die unter den Lampen eines Ladens zusammenpassen, können auseinanderlaufen, sobald man vor die Tür tritt. Das ist Metamerie, und es sind nicht die Augen, die versagen.

Zwei Farben können Licht über das Spektrum hinweg unterschiedlich reflektieren und unter einer Lichtquelle trotzdem identisch aussehen. Wechselt man die Quelle — Glühlampe zu Tageslicht, warmweiße LED zu kaltweißer LED —, laufen sie auseinander. Farbwissenschaftler nennen das Metamerie, und es ist der Grund, warum Farbarbeit gegen Normlichtarten wie D65 der CIE festgelegt wird, eine mittlere Tageslichtreferenz.

Für eine Analyse hat das eine unverblümte Folge: bei Tageslicht, nah am Fenster, mit dem Licht auf dem Gesicht statt im Rücken. Eine warme Glühbirne schiebt jeden in Richtung golden und gesund, was schmeichelt und als Beleg völlig wertlos ist.

Für Selfies gilt dasselbe. Der automatische Weißabgleich eines Telefons versucht aktiv, genau den Farbstich zu neutralisieren, den man zu messen versucht. Bei gleichmäßigem, indirektem Tageslicht fotografieren — und zweimal auslösen.

Quellen

Jede Zusammenfassung hier wurde für Percol geschrieben; nichts ist aus den zitierten Arbeiten abgeschrieben. Die Quellen sind genannt, damit man das Original nachlesen kann.

  1. International Commission on Illumination (CIE), standard illuminant D65
  2. Faber Birren, Color Psychology and Color Therapy (1950)

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