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Grundlagen · 4 Min. Lesezeit

Wie die Farbe zu ihren vier Jahreszeiten kam

Kurz gesagt

Eine Farbübung am Bauhaus, eine Stylistin in Kalifornien und ein Taschenbuch von 1980, das Millionen Menschen Farbtücher in die Hand gab.

Die Farbanalyse nach Jahreszeiten begann nicht als Schönheitsdienstleistung. Sie begann als Unterrichtsübung. Am Bauhaus ließ Johannes Itten seine Studierenden Farbkompositionen aus dem eigenen Gesicht und Haar aufbauen und bemerkte, dass jede Person instinktiv nach einer engen, in sich stimmigen Familie von Farbtönen griff — und dass diese Familien sich zu Gruppen zusammenlegten.

Suzanne Caygill machte aus dieser Beobachtung eine Praxis. In Kalifornien, ab den 1940er Jahren, baute sie für einzelne Kundinnen vollständige Systeme aus Persönlichkeit und Palette und benannte die Gruppen nach den Jahreszeiten. Ihr Argument: Die Farbigkeit eines Menschen verhalte sich wie eine Landschaft zu einer bestimmten Zeit des Jahres — warm und klar, oder kühl und diesig, oder tief und gesättigt.

In den Massenmarkt kam die Idee 1980, als Carole Jacksons Color Me Beautiful die Methode auf vier Paletten und einen Satz Stoffproben eindampfte, die jede und jeder sich unters Kinn halten konnte. Diese Verdichtung ist der Grund, warum das Vier-Jahreszeiten-Vokabular bis heute die gemeinsame Sprache ist — und zugleich der Grund, warum es als zu grob kritisiert wird. Alles Spätere, die Zwölf-Jahreszeiten-Systeme eingeschlossen, ist eine Auseinandersetzung mit diesem Taschenbuch.

Im Hinterkopf behalten: Die Jahreszeiten sind ein Ordnungssystem, keine Diagnose. Sie sind genau so weit nützlich, wie sie helfen vorherzusagen, welche Farben ein Gesicht ausgeruht aussehen lassen.

Quellen

Jede Zusammenfassung hier wurde für Percol geschrieben; nichts ist aus den zitierten Arbeiten abgeschrieben. Die Quellen sind genannt, damit man das Original nachlesen kann.

  1. Johannes Itten, The Art of Color (1961)
  2. Suzanne Caygill, Color: The Essence of You (1980)
  3. Carole Jackson, Color Me Beautiful (1980)

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